Wasser

Ein paar Fakten zum Thema Wasser und warum wir Konzerne wie Nestle nicht weiter unterstützen sollten:

Kurz gesagt unterstützen wir durch Kauf von Mineralwasser nur die Multikonzerne und zudem ist es nachweislich schlechter als Leitungswasser – zumindest in Österreich und Deutschland.

Mit diesem Gewinn von 6.000.000.000 € pro Jahr kaufen sie dann nochmehr Wasserrechte und beuten dann noch mehr Menschen aus.

Der erste Schritt eine Änderung herbeizuführen ist: kein Mineralwasser mehr tinken oder kaufen!

Das Geschäft mit dem Wasser

Experten gehen davon aus, dass der Mensch zum Trinken, Kochen und Waschen rund 20 Liter am Tag braucht. Sehr sparsam verwendet würden auch zehn Liter reichen. In Regionen mit Wassermangel müssen Bewohner mit gerade einmal fünf Liter auskommen. Da Trinkwasser schon jetzt ein knappes Gut ist, lockt es eine Reihe von Geschäftemachern an. Einer der größten, umtriebigsten und umstrittensten ist Nestlé.

Sogar in China stellte man nun fest, dass die ursprüngliche Auswahl von zehn auf drei Besitzer geschrumpft ist – Nestlé, Danone und Coca Cola.

6.000.000.000 € verdient Nestlé mit ihren weltweit 73 Wassermarken. Die bekannteste heißt „Pure Life“ und wird vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern verkauft. 34,6 Liter Flaschenwasser werden weltweit pro Kopf und Jahr getrunken. Tendenz stark steigend. Der Verbrauch variiert allerdings von Region zu Region: Mexikaner trinken jährlich 201 Liter, Deutsche 135 Liter und Chinesen 21 Liter. Der Clou für die Wasserhändler: Der Rohstoff ist spottbillig, die Weiterverarbeitung einfach, der Verkaufswert hoch. In Nigeria ist ein Liter Wasser teurer als ein Liter Benzin.

Führungspersönlichkeiten aus aller Welt versammelten sich in Stockholm vom 1. bis zum 6. September 2013 zur 23. Weltwasserwoche, die zu einer verstärkten Zusammenarbeit für Wasser aufrief. Einer der Hauptsponsoren ist natürlich Nestlé neben PepsiCo und dem WWF.

Seit einigen Jahren kaufen Firmen wie Nestlé und Coca-Cola auch in Brasilien Gebiete auf, die reich an Wasserquellen sind. Dieses wichtige Problem wurde hauptsächlich durch eine Bürgerbewegung publik gemacht, die gegründet worden war, um die Wasserquellen eines sehr bekannten Ortes in Brasilien zu verteidigen – dem Wasserpark von São Lourenço.

Das Recht auf Wasser ist ein Menschenrecht!

Doch Nestlé-Verwaltungsratschef Peter Brabeck macht kein Geheimnis daraus, dass Wasser in seinen Augen kein öffentliches Gut sein sollte, sondern auch einen Marktwert wie jedes andere Lebensmittel benötige.
In Algerien erwarb Nestlé die Wassernutzungsrechte und lässt die Fabriken bewachen und einzäunen. In Pakistan das Gleiche. In diesen Ländern wird das Wasser angezapft und für viel Geld in Plastikflaschen wieder verkauft, während die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu diesem Wasser hat.

Flow – Wasser ist Leben

Wasser bedeutet Leben. Doch nach neuesten Studien leiden mehr als 30 % der Menschheit unter den Folgen der Wasserknappheit. Jeden Tag sterben 4000 Kinder weltweit an Krankheiten, die durch Wasserverschmutzung hervorgerufen werden. Durch die Privatisierung der natürlichen Wasserquellen durch internationale Großkonzerne wird diese Situation noch weiter verschärft.

Darf Wasser zum Privileg der Reichen werden?

Wer den Zugang zum Wasser kontrolliert, hat den Zugang zur Macht, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Genau diese These unterstreicht die preisgekrönte Regisseurin Irena Salina in ihrem eindringlichen Film. Fünf Jahre lang führten sie ihre Reisen rund um den Globus, um die Entwicklung und die Auswirkungen der „Wasserarmut” zu dokumentieren. Das Ergebnis ist ein alarmierender Weckruf, der den Blick auf den Umgang mit der wichtigsten Ressource des Menschen verändern wird.

 

Flow – Wasser Ist Leben ° Originaltitel: Flow – For Love Of Water

Länge: 81 Minuten ° Regie: Irena Salina

Mehr als 30% der Menschheit leidet unter den Folgen der Wasserknappheit, jedes Jahr sterben mehr als 2 Millionen Menschen aufgrund schlechten oder fehlenden Wassers. Großkonzerne privatisieren die Süßwasservorräte der Erde, und sauberes Wasser könnte zu einem der wertvollsten Güter aller Zeiten werden. Wie der Mensch auch in Zukunft weiterhin von der Natur leben kann, ist die Frage in einer Zeit, in der so viele Menschen wie nie zuvor täglich um sauberes Wasser kämpfen müssen.

Kritik von Julian Reischl

Eine großartige Dokumentation zum Thema Nummer eins des aktuellen Jahrhunderts: Der Zugang zu sauberem Wasser. Regisseurin Irena Salina beleuchtet die Problematik, interviewt Verantwortliche beider Seiten und führt den Zuschauer mit allen Pro- und Contraargumenten an diese noch offene Frage heran. Der Film wurde 2008 auf dem Sundance-Festival für den Großen Preis der Jury nominiert.

Wer hierzulande den Wasserhahn aufdreht, macht sich meist keine Vorstellung davon, welchen Luxus er eigentlich gerade erlebt. Denn in unserem gemäßigten Klima mit den vergleichsweise strengen Gesetzen ist es relativ einfach, sauberes Wasser für zig Millionen bereitzustellen. Doch der Schein trügt: Eine ganze Menge der über 100.000 bekannten industriellen Chemikalien, die auch in unserem Trinkwasser vorkommen, werden sogar schon beim Duschen in den Körper aufgenommen. Über den Abwasserkreislauf und das Grundwasser gelangt das Wasser – und mit ihm die gelösten Chemikalien – letztendlich wieder in die Nahrungskette und verteilt sich damit in die Körper aller Menschen, Tiere und Pflanzen.

Dass plötzlich in der Seine nur noch weibliche Fische schwimmen, Inuit-Mütter selbst im höchsten Norden des Planeten Industriechemikalien mit der Muttermilch abgeben und die Konzentration von Erkrankungen aller Art in der Nähe von großformatiger Düngung in Industrieländern wie Entwicklungsländern gleichermaßen zunehmen, ist aller Wahrscheinlichkeit dem vom Menschen verschmutzten Wasserkreislauf zuzuschreiben. Es tobt ein Kampf um die Trinkwasserversorgung der Menschheit: Für die einen ist sauberes Trinkwasser ein Produkt, das der Kunde sich leisten können muss, für die Mehrheit ist Trinkwasser jedoch ein Menschenrecht, das im Bedürftigkeitsfall auch kostenlos zur Verfügung zu stehen hat.

Schon in We feed the World – Essen global wurde das Thema von Erwin Wagenhofer kurz in einem beeindruckenden Interview mit dem Nestlé-Konzernchef beleuchtet. Im vorliegenden Film von Regisseurin Irena Salina zeigen sich weitere westliche Wasserhändler beeindruckend unbeeindruckt von der Not der Menschen in Entwicklungsländern und der bitteren Armut, die ihnen teilweise verbietet, sauberes Wasser zu kaufen.

Neben Kostendeckung und Gewinnmaximierung, die die Hauptargumente für die Unternehmen und ihre Anteilseigner darstellen, treten noch andere Problematiken zu Tage: Wasserverarbeitende Unternehmen zahlen meist gar nichts für das Wasser, das sie der Umwelt, also der Allgemeinheit, entnehmen, um es aufzubereiten, abzufüllen und zu verkaufen. Auch sind manche Konzerne mittlerweile so groß geworden, dass die abgepumpte Wassermenge deutlich sichtbare Auswirkungen auf die Umwelt hat: Es ist nicht mehr genug für alle da, Flüsse verwandeln sich in Sümpfe, der Grundwasserspiegel sinkt ab, oder mit ihm auch gleich die ganze Landschaft.

Die Filmemacherin Irena Salina dokumentiert mit eindrucksvollen Interviews und bewegenden Bildern einen Kampf der Ideologien. Einen Kampf, der bis auf wenige Ausnahmen nahezu deckungsgleich ist mit den Unterschieden zwischen arm und reich. Die Frage, ob Wasser ein Produkt oder ein Gut ist, lässt sich am ehesten mit dem Sonnenlicht vergleichen: Das Sonnenlicht ist ein Teil unserer Welt und gehört selbstverständlich niemandem und allen zugleich. Niemand würde auf die Idee kommen, die Welt abzuschatten und Licht nur denen zu verkaufen, die es bezahlen können.

Ob es sich mit Wasser ähnlich verhält, wird die Zukunft zeigen: Kann jemand sich das Recht nehmen, den Stoff, mit dem ein Großteil der Erdoberfläche bedeckt ist, und aus dem die Menschen zu 70% bestehen, einzusammeln und den Leuten, denen man es sprichwörtlich abgesaugt hat, zurückzuverkaufen? Dies ist nicht nur die Botschaft von Irena Salinas beeindruckender Dokumentation, sondern auch brennendes Thema nahezu sämtlicher Umweltorganisationen, ethischer Think Tanks und natürlich all derer, die kein sauberes Wasser haben. Eine beeindruckende kurzweilige Dokumentation, die zum Nachdenken, Diskutieren und vor allem zum Aktiv-Werden anregt.

Viele weitere interessante Dokus: http://www.nebel.cc/films.html

Leitungswasser ist besser als Mineralwasser, so die deutsche Stiftung Warentest periodisch Wasser und Mineralwasser.

 

Mineralwasser vs. Leitungswasser bei Stiftung Warentest 2016: Was ist besser?

Vor allem Mineralstoffe im Mineralwasser seien ein Mythos. Zudem koste ein Liter Leitungswasser nur rund 0,5 Cent, während das teuerste Mineralwasser im Test mit 70 Cent pro Liter zu Buche schlägt.

In Deutschland ist Leitungswasser das am strengsten kontrollierte Lebensmittel und hat eine gute Qualität. Zwar offenbart der Test Spuren von Chemikalien. Die Konzentration sei aber gesundheitlich unbedenklich. „Leitungswasser ist so gesund wie Flaschenware, unschlagbar günstig und umweltschonend obendrein“, sagte Hubertus Primus von der Stiftung Warentest.

Mineralwasser im Test: Pestizide, Keime und Schadstoffe entdeckt

Dafür enthält fast jedes zweite Mineralwasser wenig Mineralstoffe. Laut Stiftung Warentest enthalten nur acht von 30 mehr Mineralstoffe als das mineralstoffreichste Trinkwasser im Test. Zudem enthalten sechs der getesteten Mineralwässer Keime, die für Menschen mit angeschlagenem Immunsystem gefährlich werden können. Außerdem entdeckten die Tester in fünf getesteten Produkten Verunreinigungen von Pflanzenschutzmittel, Süßstoff und einem Abbauprodukt, das von dem Pestizid Glyphosat oder einem Reinigungsmittel stammen könnte. Die Spuren sind jedoch gesundheitlich unbedenklich.

Nicht jedes Mineralwasser liefert mehr Mineralstoffe als Trinkwasser

Anders als der Name erwarten lässt, muss Mineral­wasser nicht mineralstoffreich sein. Ein Gehalt von 1 000 Milligramm gelöster Mineralstoffe pro Liter war nur bis 1980 Pflicht. Die EU kippte diese Vorgabe. Seither dürfen sich auch mineralstoffarme Wässer Mineral­wasser nennen. Den geringsten Gehalt im Test hat das Wasser Black Forest mit 57 Milligramm je Liter. Da kann Leitungs­wasser locker mithalten, wie die Analysewerte der Wasserbetriebe zeigen.

Details waren ursprünglich öffentlich einsehgbar unter der Quelle: Stiftung Warentest.

Stiftung Warentest von Juni 2012

Sie testete stille Mineralwässer – Mineralstoffe sind Mangelware Prickelnd, mild oder still: Mineralwasser gibt es mit unterschiedlichen Kohlensäuregehalten. Vor allem stilles Mineralwasser liegt seit einigen Jahren im Trend. Die deutsche Stiftung Warentest hat nun 30 Mineralwässer ohne Kohlensäure getestet und kommt zu dem Ergebnis, dass stilles Mineralwasser nicht nur teurer, sondern oft auch schlechter als Leitungswasser ist.

Kein einziges Produkt konnte die Tester restlos überzeugen, so das Resultat der Juni 2012 veröffentlichten Untersuchung.

Mineralstoffe als Mangelware

Viele Konsumenten kaufen stilles Mineralwasser in der Annahme, es sei gesünder und enthalte mehr Mineralstoffe. Die Crux: Viele stille Wässer aus dem Supermarkt enthalten wenige Mineral­stoffe und haben ein Problem mit Keimen. Insgesamt liefern fast zwei Drittel der Wässer nur sehr wenige oder wenige Mineralstoffe, viele sogar weniger als Leitungswasser. Wer den genauen Gehalt an Mineralstoffen wissen will, kann auf dem Etikett nachsehen: Wirbt das Wasser mit einem hohen Gehalt an Kalzium, Magnesium und Co., muss der Gesamtwert der Mineralstoffe über 1.500 Milligramm pro Liter liegen. In mehr als einem Drittel der Proben fanden die Tester außerdem Keime. Für Gesunde sind diese Mikroorganismen kein Problem, für Menschen mit Immunschwäche und Säuglinge dagegen unter Umständen schon. Für Mineralwasser wie auch für Leitungswasser gilt: Es muss nicht keimfrei sein, darf aber keine krankmachenden Erreger enthalten.

Zudem geben PET-Flaschen bedenkliche Weichmacher wie Bisphenol A ins Wasser ab. Bisphenol A wird eine hormonähnliche Wirkung nachgesagt, die unserer Gesundheit schaden kann.

Der CO2-Fußabdruck: Leitungswasser vs. Mineralwasser

”Einer Schweizer Studie zufolge belastet abgefülltes Wasser die Umwelt je nach Verpackung und Transportweg bis zu 1000 Mal so stark wie Leitungswasser. Im schlimmsten Fall werden für die Anlieferung einer Literflasche Mineralwasser aus dem Ausland 0,3 Liter Erdöl verbraucht. Anders ausgedrückt: Auf drei Schlucke Wasser kommt ein Schluck Öl.

Im Ausland ist es daher unter fortschrittlichen Stadtverwaltungen fast schon in Mode gekommen, Mineralwässer mit einem Bann zu belegen: In Liverpool und Göteborg, New York und San Francisco soll zumindest in Regierungsgebäuden nur noch Wasser aus der Leitung getrunken werden. Mit Ihrer Mineralwasserflasche können Sie sich dort nur vor die Tür stellen - zu den Rauchern.”

Aus: GEO das neue Bild der Erde 7/2009 ‘Das Grüne Gewissen’

Vergleicht man den CO2-Fußabdruck „von der Wiege bis zur Bahre“, zeigt sich, dass es bei der Förderungen keine großen Unterschiede gibt. Brunnenwasser benötigt 0,35g CO2-Äquivalente pro Liter für die Förderung und Aufbereitung, der Gänsewein wird danach noch durch die Leitungen in die Haushalte gepumpt, was den Fußabdruck sehr gering erhöht (<0,02g CO2-Äquivalente pro Liter).

Was jedoch krass auf die Ökobilanz schlägt, sind Abfüllung und Transport des Mineralwassers. Auch hier gibt es wesentliche Unterschiede, abhängig von Verpackung und Transportweg. Besonders importiertes Flaschenwasser verursacht bis zu 1000 Mal mehr Umweltbelastungen als Leitungswasser.  Und der Import ist enorm: 2014 wurden 1.142,8 Millionen Liter Mineralwasser in die BRD importiert.

Zusätzlich schlägt die Herstellung der Flaschen, ihre Reinigung, Abfüllung und die Entsorgung auf die Ökobilanz, ebenso die Entscheidung des Kunden, ob er mit dem Auto, Rad oder zu Fuß zum Einkaufen geht. Kurz: Für einen Berliner Mineralwassertrinker ergeben sich durchschnittlich 210 g CO2-Äquivalente pro Liter Flaschenwasser. Für Leitungswasser entstehen 0,35g.

Würden sich heute alle Berliner dafür entscheiden, nur noch Leitungswasser zu trinken, könnten fast 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden (vgl. ZfK).


Abschließend ein Bericht, der das Risiko und die Gefahren für unsere Umwelt sehr weichgespühl wiedergibt und die Gefahren verharmlost. Dennoch ist der Informationsgehalt alles in allem nicht schlecht: